:: Studien - Mik2

Soziales, sexuelles und grenzverletzendes Verhalten in den neuen Medien

Erstmalig sollte in dieser Studie das Dunkelfeld derjenigen Erwachsenen erhellt werden, die im Internet Kontakt zu ihnen zuvor unbekannten Kindern und Jugendlichen haben. Konkretes Ziel der Studie war es, die Häufigkeit sozialen und sexuellen Verhaltens im Internet und Faktoren zu ermitteln, die dieses Verhalten steuern. Darüber sollten Risikofaktoren sexuell grenzverletzenden Online-Verhaltens Erwachsener gegenüber Kindern und Jugendlichen identifiziert werden.

Fragestellungen im Einzelnen:

  • Wie viele Erwachsene haben in Deutschland sexuelle Onlinekontakte zu Kindern und Jugendlichen
  • Welche verschiedenen Formen sexueller Onlinekontakte berichten Erwachsene und wie häufig sind sie?
  • Wie viele Onlinekontakte führen zu Offlinetreffen, bei denen es möglicherweise auch zu sexuellen Handlungen kommt (sog. Grooming)?
  • Welche Strategien nutzen Erwachsene bei ihren Onlinekontakten zu Kindern und Jugendlichen?
  • Welche Merkmale haben Erwachsene die Onlinekontakte zu Kindern und Jugendlichen haben?

Vorgehen

Für die Studie wurden in Deutschland, Finnland und Schweden, sowie in mehreren englischsprachigen Ländern Erwachsene über soziale Netzwerke, Foren und Chats im Internet aufgefordert, an einer Online-Befragung teilzunehmen. Mithilfe bekannter Suchmaschinen wurden im Internet Webseiten identifiziert, welche Nutzern erlauben, miteinander zu interagieren (Ridings, Gefen, & Arinze, 2002). Webseiten wurden nur ausgeschlossen, wenn es innerhalb eines Monats keine Aktivitäten gab oder die allgemeinen Geschäftsbedingungen bzw. die Betreiber der Seite eine Verbreitung der Studie ablehnten. Insgesamt wurden 95 deutsche Webseiten in die Studie eingeschlossen.  Darunter zählten soziale Netzwerke (u. a. Facebook, Snapscouts), Blogs, Online Communities, Foren und Chatrooms zu verschiedenen Themen (Lifestyle, Liebe, Sexualität, Medizin, Partnersuche, Computer und –spiele, Präventive Therapie usw.). Die Befragung wurde auf den ausgewählten Webseiten unter Zustimmung der jeweiligen Administratoren gepostet und die Nutzer um Teilnahme gebeten.

Teilnahme

Die Teilnahme an der Studie war freiwillig und konnte jederzeit unterbrochen werden. Alle Teilnehmer/innen mussten zu keinem Zeitpunkt ihren Namen oder andere sie identifizierende persönliche Merkmale angeben. Der Fragebogen wurde online auf einer gesicherten Webseite ausgefüllt, und es ist unmöglich, Rückschlüsse von den Daten auf eine bestimmte Person zu ziehen. In Deutschland griffen insgesamt 4664 Männer und Frauen auf den Online-Fragebogen zu. In die abschließende Auswertung gingen repräsentativ für erwachsene Internetnutzer die Daten von 2.233 Frauen (41%) und Männern (59%) im Alter zwischen 18 und 88 Jahren ein. 

Inhalt

Der Online-Fragebogen erfasste direkt über Selbstauskünfte der Teilnehmer soziales und sexuelles Verhalten im Internet. Die Verhaltensweisen umfassten das Versenden bzw. den Erhalt sexueller oder freizügiger Bilder, Cybersex, Treffen offline (persönliche Treffen), sowie sexuelle Aktivitäten bei eventuellen Offline-Treffen. Alle sexuellen Online-Verhaltensweisen wurden bezüglich ihrer Häufigkeit, dem Alter und Bekanntheitsgrad der Online-Kontakte und Zusammenhängen mit psychischem Wohlbefinden untersucht. Um weitere Einflussfaktoren zu erfassen, wurden die Kontrolle des Internet- oder Internetsexverhaltens, sexuelle Neigungen, Kommunikationsvorlieben, Pornografiekonsum, Alkohol- und Drogeneinnahme während der Online-Kommunikation und soziale Isolation miterfragt. Außerdem wurden Strategien von Tätern, wie  Täuschung, Geheimhaltung und Beeinflussung erfasst. Alle Fragen bezogen sich nur auf Verhalten des letzten Jahres

Ergebnisse

Die Stichprobe kann als repräsentativ für erwachsene Internetnutzer gelten. Erste Ergebnisse der Befagung wurden auch auf Fachtagungen der Öffentlichkeit vorgestellt und sind als wissenschaftliche Publikationen erhältlich.

 

tl_files/mikado/upload/images/back01.jpg zurück